7 Sep. 2010   Gyõr, Theatre
8 Sep. 2010   Szombathely, Agóra Centre
10 Sep. 2010   Béla Bartók National Concert Hall

Iván Fischer dirigiert Dvorák

Antonín Dvoøák: Sinfonie Nr.7 d-moll op.70
Suite A-dur op.98b ("Amerikanische")
Budapester Festivalorchester
Leitung: Iván Fischer

Was ihnen etwa im Fußball weitgehend versagt blieb, haben die Ungarn im Bereich der Musik immer wieder bewiesen: dass sie in der Lage sind, internationale Spitzenkräfte aufzubauen. Bei den Dirigenten sei nur an George Szell oder Georg Solti erinnert. Inzwischen ist dazu auch ein Mann zu zählen, dessen Karriere eher im Stillen erfolgreich verläuft: Iván Fischer - der nun mit dem von ihm gegründeten Budapester Festivalorchester nach einigen Mahler- und Brahms-Aufnahmen Sinfonien von Antonín Dvoøák eingespielt hat.

Dvoøáks persönliche Seite

Dvoøáks neunte Sinfonie huldigt Amerika, der "Neuen Welt"; seine achte verrät, wie innig der Komponist in seiner böhmischen Heimat verwurzelt ist; seine siebte dagegen fällt im Vergleich dazu seltsam herb-aggressiv aus, volkstümliche Anspielungen sind eher rar.

Fischer und das Budapester Festivalorchester haben die drei letzten Sinfonien von Dvoøák aufgenommen; erschienen ist nun die Siebte, kombiniert mit der "Amerikanischen Suite". Nicht primär glanzvoller Schwung und Eleganz prägen diese Aufnahme, sondern glühende Ernsthaftigkeit. Auch in den entrückten, fast gespenstisch wirkenden Passagen versteht es Fischer, die Reize dieser Musik, ihre teilweise kuriose Instrumentierung, hörbar zu machen.

Bei Fischer und seinen ungarischen Musikern wird Dvoøák nie ins Schaufenster gestellt. Effekte um der Effekte willen sucht man vergebens. Dvoøák teilt sich von einer sehr persönlichen Seite her mit: unspektakulär aber ungemein aufrichtig, oft mit einem Schleier von Wehmut, der - in Tempo und Rhythmus - so schlicht und so unmittelbar auf den Hörer wirkt, dass man Fischer alles sofort glaubt.

Ein persönliches Bekenntnis

Man hat diese siebte Sinfonie insgesamt schon kantiger und schroffer gehört, gerade die bedrohlichen Seiten im Finale, und doch nimmt man Fischer seine Sicht auf das Werk ab: als ein persönliches Bekenntnis, das sich nicht im Heroischen verlieren will. Vielmehr legt Fischer Wert darauf, dass alles fließt und die innere Organik gewahrt bleibt.

Das Orchester überzeugt, auch in der anschließenden "Amerikanischen Suite", durch einen mal seidigen, mal trennscharfen, dabei stets wandlungsfähigen Klang, den die Holzbläser ins Glasbläserische veredeln. So gespielt, erhält Dvoøáks Musik eine selten zu hörende Selbstverständlichkeit. Auf die bald folgende Einspielung der Sinfonien acht und neun darf man also gespannt sein.

Christoph Vratz, Norddeutscher Rundfunk
12 June 2010

 

After the interval, Fischer and his players gave an account of Beethoven’s Coriolan overture that packed as much drama into a few minutes as most operas, including Beethoven’s, manage in two hours.
London, June 7th, 2005, Evening Standard, Nick Kimberley
 

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