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muensterschezeitung.de
Es müssen nicht immer Weltstars als Solisten sein, damit das Publikum hingerissen ist. Die "Zeitinsel Dvorak" begann am Donnerstag im Konzerthaus Dortmund märchenhaft-magisch mit der konzertanten Aufführung der Oper "Rusalka" und unbekannten tschechischen Sängern. Und die beeindruckten mit ihrer emotionalen Interpretation und fesselten die Zuhörer dreieinhalb Stunden lang. Und das bei einer Märchenoper ganz ohne Kulisse.

Der Reiz dieser konzertanten Oper war, dass das Budapest Festival Orchester von Dirigent Iván Fischer (das Team für die ganze “Zeitinsel”) fast doppelt so groß besetzt war wie in einem Orchestergraben und zudem auf der Bühne spielte. Laut und mitreißend. Als tschechischen Wagner hat man Dvorák kennen gelernt: Fischer tauchte die Welt der Nixe, die sich nach dem Prinzen und den Menschen sehnt, in gleißende Orchesterfarben.

Eine selbstbewusste Solistin

Pavla Vykopolová sang die Rusalka selbstbewusst und vermittelte rührend die lyrische Sehnsucht des Mädchens, das traurig und stumm bleiben muss. Ihr Prinz, Ales Briscein, war ein Wagnertenor, der sich auch meist mühelos über den Orchesterklang hinwegsetzen konnte.

Einen besseren Wassermann als den mit markantem, aber weich wogenden Bass singenden Peter Mikulás hätte man sich kaum wünschen können. Und Jolana Fogásová brachte das Kunststück fertig, nicht nur die Mezzopartie der Hexe, sondern auch die Sopranrolle der Fürstin mit dramatischem Geist zu füllen. Exzellent besetzt waren auch die kleinen Rollen und der Chor aus Brünn.

Großer Jubel 

Großer Jubel für den grandiosen Auftakt der “Zeitinsel”. Dvoráks Requiem schloss sich Freitag dramaturgisch klug an das Liebesdrama, das mit dem Todeskuss der Nixe für den Prinzen endet, an.

 

(Rusalka (Pavla Vykopalovà) und der Wassermann (Peter Mikulás) mit Dirigent Iván Fischer und Orchester. Foto: Pascal Amos Rest)