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19 Source Palace of Arts Budapest Zsuzsa Peto

Das 1983 erstmals bei einem Konzert in der Budapester Musikakademie auftretende Budapester Festivalorchester wird dieses Jahr 30 Jahre alt. Aus diesem Anlass gab das Orchester bei einer Pressekonferenz am Montag bekannt, im Rahmen der Festivalreihe „Európai Hidak“ („Europäische Brücken“) weitere Weltgrößen der klassischen Musikszene nach Budapest zu holen. (Budapester Zeitung)

Vor 30 Jahren wurde das Orchester von Dirigent Iván Fischer und Pianist Zoltán Kocsis (1998 aus dem Orchester ausgeschieden) gegründet. Es folgten zahlreiche große Konzerte, darunter Auftritte in London, den USA, Kanada, Japan, dem Vereinigten Königreich und Holland, einige unter der Leitung von Stardirigenten wie Yehudi Menuhin oder György Solti. Nach dreißigjährigem Bestehen wird es nicht von ungefähr vom Gramophone-Fachmagazin unter den Top 10 der weltbesten Ensembles gehandelt, wovon auch eine Grammy-Nominierung in diesem Jahr zeugt. Laut den Grußworten von Fischer im aktuellen Orchester-Programheft ist dies neben der Erweiterung des eigenen musikalischen Repertoires und Welttourneen ursprünglich aus der Plan gewesen. 

Jedes Jahr ein Land im Fokus

„Danke, uns geht es sehr gut, wir sind für die nächsten 30 Jahre gut vorbereitet“, sagte Fischer bei der Vorstellung des Jubiläums-Programms, das in Zusammenarbeit mit dem Palast der Künste stattfinden wird, „und zwar so sehr, dass wir Brücken zwischen den Völkern Europas bauen werden.“ Jedes Jahr soll ein Land im Mittelpunkt stehen, das in allen Einzelheiten durch die Musik beleuchtet wird. „Ziel ist es, alle Länder Europas nacheinander in den Fokus zu nehmen. Hoffentlich schaffen wir wirklich alle Länder – ich weiß nicht, wie viele Jahre das dauern wird“, so Fischer. Man wolle zu einem besseren Verständnis der Europäer untereinander beitragen und mehr übereinander und über die europäische Musikkultur erfahren. Dieses Jahr werde sich das Orchester auf die Tschechische Republik konzentrieren, vor allem die tschechische Barockmusik sei sehr reichhaltig.

Im Palast der Künste möchte das Orchester seine neue Seite zeigen, um auch das Interesse einer neuen Zielgruppe zu wecken. „Neben klassischer, zeitgenössischer und preklassischer Musik treten auch Musikinstrumente in Erscheinung, mit denen wir das junge Publikum erreichen wollen“, erklärte Csaba Káel, Direktor des Palastes der Künste, „es soll auch ein Programm für sie sein, mit dem wir sie möglicherweise auch in Richtung klassische Musik locken können.“ Dies dürfte auch ganz im Sinne des Orchesters sein, das neben großen Freilauftritten auch bereits einige neue Konzertformen ins Leben rief, um den Nachwuchs zu erreichen: das „Kakaokonzert“ für Kinder, die Midnight Musik-Serie für Jugendliche, die Geheim-Konzerte und die mit einer Gesprächsrunde verbundenen Ein-Forint-Konzerte.

Anlässlich des Jubiläums werden echte Weltstars gemeinsam mit dem Budapester Festivalorchester auftreten, etwa die Pianisten Martha Argerich aus Argentinien, Garrick Ohlsson aus den USA und Maria Joao Piressel aus Portugal, der griechische Violinist Leonidas Kavakos sowie dessen Kollege Pinchas Zuckerman aus Israel..

Das „Europäische Brücken“-Programm beginnt am 11. September um 19 Uhr im Palast der Künste mit der Kinderoper „Brundibár“ von Hans Krása gemeinsam mit Schülern der Budapester Gesangsschule. Bereits am 13. und 14. September geht es zusammen mit dem Philharmonischen Chor Brno weiter mit Antonín Dvoráks „Requiem“.

Daniel Hirsch